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Die Beller Kirche

Die Beller Kirche, im spätgotischen Baustil errichtet, wurde in zwei Bauphasen fertiggestellt: im Jahr 1490 war der Chorraum soweit, dass der Altar geweiht werden konnte, und im Jahre 1519 wurde das Langhaus abgeschlossen. Der Chorraum war zuvor mit einer Holzwand geschlossen. Es gibt Hinweise, dass der Bogen zwischen Chor und Langhaus mit der Errichtung des Langhauses tiefer gelegt wurde, um das Gewölbe des Langhauses abschliessen zu können. Nach Fertigstellung waren Chor und Langhaus mit Gewölbe und Dach versehen. Südlich an den Chor schloss sich eine zweistöckige Saktristei an, von der heute nur noch niedrige Mauerreste stehen.

Die Beller Kirche diente anfangs wahrscheinlich als Marien-Wallfahrtsort und der Beller Markt an den Tagen um Mariä Himmelfahrt ist darauf zurückzuführen. Zerstört wurde die Beller Kirche vermutlich im 30-jährigen-Krieg, aber dazu ist nichts Näheres bekannt.

Bis zum Jahre 1902 wurde der Beller Markt - im südwestlichen Raum wohl der größte und bekannteste seiner Art - rund um die Beller Kirche abgehalten. Seit einigen Jahren finden wieder regelmäßige Begegnungen von Menschen zu den verschiedensten Veranstaltungen statt. Das Himmelfahrtsfest rund um die Ruine lockt ebenso viele Gäste an, wie das Weinintermezzo am vorletzten Samstag im Juli. Die Veranstaltungen von Bella Kultura in den Monaten Juni, Juli und August finden immer ihr Publikum. Die „Nächte der Poesie“ mit dem Schauspieler Rudolf H. Herget am ersten Wochenende im September sind Sinneserlebnisse für die Menschen der ganzen Region. Und mit der Eckelsheimer Kräuterschule Herbula können Sie rund um die Beller Kirche ein Wildkräuterparadies wiederentdecken. Die romantische Kulisse des Eckelsheimer Wahrzeichens vermittelt Flair im besonderen Ambiente!

Für Hochzeiten, Betriebsfeiern oder Feste zu besonderen Anlässen kann die Kirche angemietet werden. Ansprechpartner ist der Bürgermeister.

Siehe auch Beller Kirche

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Beller Kirche

Von der spätgotischen Wallfahrtskirche bei Eckelsheim stehen nur noch die Außenmauern, errichtet aus Feldsteinen und gehauenen Sandsteinen. Laut Inschrift im Portalbogen wurde die Kirche im Jahre 1519 erbaut; der Auftraggeber ist unbekannt. Vermutlich existierte an gleicher Stelle bereits eine andere Kiche, da in einem Dokument aus dem Jahre 1318 eine „Belen Kirche“ genannt wird. Der gotische Neubau wurde vermutlich im 17. Jahrhundert zerstört, es fehlen Dach und Sakristei. Die Inschrift über dem ehemaligen Haupteingang der Beller Kirche, genauer gesagt der Ruine Beller Kirche, bezeugt das Jahr 1519. Jedoch liegen für das Bauwerk nur wenige gesicherte Angaben vor, selbst das Patrozinium ist nicht zweifelsfrei zu erklären. Die Kirche erhebt sich auf einem Areal vorgeschichtlicher Besiedlung und besaß mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Vorgängerbau. Bestimmte bauliche Elemente erlauben die Annahme, daß die Kirche zwischen dem letzten Drittel des 15. und dem ersten Viertel des 16. Jahrhundert entstanden ist. Ob sich der Name „Beller Kirche“ von einem untergegangenen Ort namens Bellen, Böllen, Bellheim oder Bellenhofen, von dem über der Kirche gelegenen, 1365 als beldin bezeichneten Hügel oder von der rheinhessischen Bezeichnung Bellen (für Weißpappeln) herleitet, ist nicht bekannt und gibt immer wieder Anlaß zu Spekulationen. 1490 war der heute erhaltene Bau in Arbeit, offensichtlich weit fortgeschritten oder schon teilweise fertiggestellt, da in diesem Jahr ein Meßstipendium gestiftet wurde. Das Inschriftdatum 1519 am Westportal der Kirche bezeichnete sehr wahrscheinlich den Abschluß des Baubetriebes. Für die verbreitete These, der Bau habe bis zur Reformation als Wallfahrskirche gedient, gibt es keine direkten Quellenbelege. Indiz hierfür ist jedoch die Erwähnung einer nahegelegenen Feldmark namens Pilgerfahrt. Auch bei dem „Beller Markt“, der, bezeugt vom 17. Jahrhundert bis 1902 alljährlich von Dienstag bis Freitag nach dem Fest der Geburt Mariä (8. September) an der Kirche abgehalten wurde, kann es sich um das Relikt einer Wallfahrt handeln. Alternativ hierzu wäre die Ruine als Wüstungskirche mit ortsfester Markttradition anzusehen. Unklar ist auch, wann und warum das Bauwerk ruinös wurde: Bietet der Volksmund Angaben zu einer Entweihung durch einen Mord in der Kirche, werden in der Forschung die Reformation bzw. der Dreißigjährige Krieg hierfür vermutet; aber auch der Orléanssche Krieg müßte in Betracht gezogen werden. Da die Grafen von Falkenstein im Jahre 1584 Herren über Kirchenrechnung und Kirchenregiment zur Bellen waren, darf davon ausgegangen werden, daß der Bau noch im ausgehenden 16. Jh. in Funktion war. Im Jahr 1808 standen die Seitenmauern in ganzer Höhe. Die während des „Beller Marktes“ als Tanzboden und zudem als Lagerplatz für Feldfrüchte genutzte Ruine wurde schließlich im Jahre 1905 erstmals aufgenommen und baulich gesichert. Aus dem hierzu 1902 erstellten denkmalpflegerischen Gutachten resultiert das Fehlen der Sakristei, der Gewölbe und des Daches, aber auch die heute noch gültige Bewertung der Kirche als Rest eines einheitlichen Baues vom Jahre 1519. Das Bauwerk wurde 1979 im Bereich der Mauerkronen, 1987 – 88 am nordöstlichen Chorfenster gesichert und 1998/99 erfolgten weitere umfangreiche konservatorische Maßnahmen. Das jüngste baugeschichtliche Gutachten ergab u. a. den Befund, daß entgegen der herrschenden Forschungsmeinung, die bestehende spätmittelalterliche Kirche keineswegs ein einheitlicher Bau ist, sondern das Resultat von zwei voneinander weitgehend unabhängigen, aber zeitlich recht kurz aufeinanderfolgenden Bauphasen. In einer ersten Bauphase wurden der Chor einschließlich des hohen Chorbogens und das Erdgeschoß der südlich angrenzenden Sakristei errichtet. Die zweite Bauphase der „Beller Kirche“ umfasste den gesamten, in sich einheitlichen Langhausbereich und das Obergeschoß der Sakristei. Das Inschriftdatum 1519 am Westportal bezeichnet wahrscheinlich den Abschluß der zweiten Bauphase und damit des gesamten Kirchenbaus.

Quelle: Beate Wridt; Kai Kappel/Lorenz Frank: Die spätgotische „Beller Kirche“ bei Eckselhsiem (Rheinhessen). (Sonderdruck aus Kunst in hessen und am Mittelrhein 36/37). Dehio; Bilder: Stefan Grathoff; redakt. Bearb. S.G., D.B Kirchenbeschreibung 1

Die spätgotische Kirchenruine, die 300 m südlich des Dorfes „auf freiem Felde“ liegt, ist das Wahrzeichen Eckelsheims und im Eigentum der Gemeinde. Über ihre Geschichte gibt es nur wenig Konkretes, aber viele Vermutungen und Legenden …

In einer jüngst wiederentdeckten Urkunde aus dem Jahr 1490 wird von dem „angefangenen Bau einer Kapelle und darin ein Altar zur Ehre Unserer Lieben Frau, genannt in den Bellen“ gesprochen. Mittwochs und an allen Marienfeiertagen soll „für ewige Zeiten“ eine Messe gelesen werden. Zum Zeitpunkt der Beurkundung war vermutlich nur der Chorraum fertig gestellt und im Chorbogen mit einer Holzwand abgeschlossen. Der Bau des Langhauses erstreckte sich bis 1519, wie die Inschrift auf dem Westportal belegt. Kirche und Sakristei waren durch Gewölbe und Ziegelbedachung geschützt. Abt Johann IV vom Konvent des Zisterzienser Klosters Eberbach im Rheingau war Kollator. Wirich IV von Daun-Oberstein Herr zu Falkenstein wird als Stifter des Altars und Erbauer der Kirche genannt.

Die Lage der Kirche ist gut gewählt, denn sie steht auf verfestigtem Sand und in der Nähe einer ehemals ergiebigen Quelle („Beller Brünnchen“). Vermutlich gab es an dieser Stelle bereits einen Vorgängerbau aus Holz. Prähistorische Funde belegen eine Nutzung dieses Ortes seit langer Zeit.

Zur Herkunft des Namens gibt es fast ein Dutzend Theorien. Am häufigsten genannt wird der Bezug zu den mächtigen Pappeln (=Bellen), die noch am Anfang des 20. Jahrhunderts das Bild am Fuß der Kirche prägten. Aber auch „Bella Maria“ im Zusammenhang mit dem Patrozinium der Kirche und der keltische Quellengott Belenos tauchen in aktuellen oder früheren Diskussionen auf.

Zu Maria Geburt (8. September) pilgerten Gläubige aus weitem Umkreis zur Beller Kirche. Diese Menschen mussten versorgt werden, und sie waren nach den Zeremonien empfänglich für Unterhaltung und Warenangebote. So entstand der Beller Markt, ein Jahrmarkt von überregionaler Bedeutung, der dem kleinen Ort Eckelsheim die Bezeichnung „Marktflecken“ einbrachte. Aus dem Jahre 1620 wurden die ersten Spuren entdeckt. Die Gemeinden Eckelsheim, Wonsheim, Stein - Bockenheim und Wendelsheim hielten diesen Markt gemeinsam ab, der bis 1902 hier auf freiem Feld gehalten wurde.

Zu diesem Zeitpunkt war die Kirche längst verfallen. Für die Zeit zwischen 1584 und 1774 gibt es keine Information über ihren Zustand. Gerüchteweise haben „die Schweden“ im 30-jährigen Krieg die Kirche beschädigt. Auch der Pfälzer Erbfolgekrieg hinterließ seine Spuren in der Region. Vermutlich hat die Kirche nach der Reformation am Ende des 16. Jahrhunderts ihre geistliche Bedeutung verloren und verfiel im Laufe der Zeit.

Recht auffällig ist, dass die Ruine wie präpariert wirkt. Die Außenwände stehen in voller Höhe seit mindestens 200 Jahren und bezeugen die Nutzung der Ruine. Nur die Steine der Sakristei wurden abgebrochen und zum Hausbau wieder verwendet. Als Lagerplatz für Feldfrüchte, als Tanzboden beim Beller Markt und sogar als Platz für eine unterirdische Flachs- und Hanfdarre, aus dem 18./19. Jahrhundert, wurde die Ruine vor weiterem Verfall bewahrt. Nach dem Ende des Beller Marktes blieb die Beller Kirche allerdings wieder sich selbst überlassen.

Seit 1982 wurde die Ruine nach und nach für Veranstaltungen wiederentdeckt. Es folgten einige teilweise aufwändige Sanierungsmaßnahmen, um den Bestand zu sichern. Heute ist die Beller Kirche (wieder) ein beliebter Ort für kulturelle und kirchliche Veranstaltungen - in alten Mauern und unter freiem Himmel.

Im Jahre 2002 fand nach 100 Jahren, unter der Schirmherrschaft der Ortsgemeinde Eckelsheim, einmalig ein neuer Beller Markt statt.

Der „Förderverein Kulturdenkmal Beller Kirche e.V.“ möchte dieses Zeugnis der Vergangenheit auch künftigen Generationen bewahren.

Initiative DorfEntwicklung Eckelsheim e.V. (IDEE) 2007 Kirchenbeschreibung 2

Eckelsheimer Wahrzeichen 300 m südlich des Dorfes gelegen, im Eigentum der Ortsgemeinde Eckelsheim

Viele Deutungen zum Namen kursieren. Am wahrscheinlichsten scheint der Bezug zu den Bellen (Pappeln) zu sein, die am Fuße der Kirche zu mächtigen Bäumen gewachsen sind

Die Beller Kirche war eine komplett ausgestattete Kirche mit Dach Sie war vermutlich eine Wallfahrtskirche, ihre Nutzung ist bis 1584 belegt

Sie wurde in zwei Bauabschnitten in spätgotischem Baustil errichtet Der Chorraum war bis 1490 fertig gebaut Die Inschrift 1519 über dem Westportal zeugt von der Fertigstellung des angebauten Langhauses

Abt Johann IV vom Konvent des Zisterzienser Klosters Eberbach im Rheingau war Kollator Wirich IV von Daun-Oberstein Herr zu Falkenstein wird als Stifter des Altars und Erbauer der Kirche genannt Durch die jüngst wieder aufgefundene Urkunde von 1490 ist das Marienpatrozinium zweifelsfrei geklärt Mittwochs und an allen Marienfeiertagen sollte „für ewige Zeiten“ eine Messe gelesen werden (Meßstipendium)

Ruinös wurde die Beller Kirche durch langsamen Verfall und Kriegsereignisse 1811 sollten die Steine der Ruine zu einem Pfarrhausneubau verwendet werden Der Abriss wurde verhindert, weil der Gemeinde das Geld für den Neubau fehlte und die# Sand- und Bruchsteine mit bemerkenswert festem Mörtel gemauert waren

In das Langhaus der Ruine ist im 18./19. Jahrhundert eine Flachsdarre eingebaut# worden, die erst im Jahre 2004 gefunden und ausgegraben wurde

Aus dem Jahre 1620 wurden die ersten Spuren vom Beller Markt entdeckt, dessen Ursprung auf eine Wallfahrt an Maria Geburt (8. September) zurückzuführen war Er dauerte drei Tage und war Kram-, Waren- und Vergnügungsmarkt Die Gemeinden Eckelsheim, Wonsheim, Stein - Bockenheim und Wendelsheim hielten diesen Markt gemeinsam ab

Rund um die Beller Kirche wurde dieser große und bedeutende Markt auf den Kerweäckern bis zum Jahre 1902 abgehalten

Seit 1982 wurde die Ruine nach und nach für Veranstaltungen wiederentdeckt. Es folgten einige teilweise aufwändige Sanierungsmaßnahmen, um den Bestand zu sichern. Heute ist die Beller Kirche (wieder) ein beliebter Ort für kulturelle und kirchliche Veranstaltungen - in alten Mauern und unter freiem Himmel.

Im Jahre 2002 fand nach 100 Jahren, unter der Schirmherrschaft der Ortsgemeinde Eckelsheim, einmalig ein neuer Beller Markt statt

Der „Förderverein Kulturdenkmal Beller Kirche e.V.“ möchte dieses Zeugnis der Vergangenheit auch künftigen Generationen bewahren

Initiative DorfEntwicklung Eckelsheim e.V. IDEE 2007

Quelle: Vorstehende Texte wurden regioNet freundlicherweise von Herrn Wilfried Jung (Eckelsheim) zum Abdruck überlassen.

beller_kirche.1188861252.txt.gz · Zuletzt geändert: 03.09.2007 23:14 von udo